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Als »Literatoren« bezeichnete Goethe Experten für Weltliteratur, Schriftsteller und Intellektuelle, die es sich zur Aufgabe machen, zwischen den Kulturen der Welt zu vermitteln.
Das Internationale Kolleg Morphomata der Universität zu Köln hat hiernach eine Literaturdozentur benannt, die in diesem Jahr der ungarische Schriftsteller und Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels Péter Esterházy innehat, bekannt geworden insbesondere durch seinen Roman »Harmonia Cælestis«.
Das Internationale Kolleg Morphomata ist ein Center for Advanced Studies, in dem namhafte Wissenschaftler aus aller Welt zusammenkommen, um Wissen auszutauschen und experimentelle Fragestellungen zu erproben. Erforscht werden Prozesse der Gestaltbildung und -werdung (griechisch »morphómata«) am Beispiel von Figurationen des Schöpferischen, der Zeit, des Todes und der Herrschaft.
Programm:
Montag, 12. Dezember, 20.00 Universität zu Köln, Aula II
Grußworte: Prof. Dr. Katharina Niemeyer, Dekanin der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Günter Blamberger, Direktor Morphomata
Poetikvorlesung: Péter Esterházy
Dienstag, 13. Dezember, 14.00–17.00 Internationales Kolleg Morphomata
Literarische Werkstatt
Schreibworkshop mit Péter Esterházy für Studierende der Universität zu Köln. Anmeldung unbedingt erforderlich unter christine.thewes(at)uni-koeln.de
Freitag, 16. Dezember, 20.00 Schauspielhaus Köln
»Über die allmählige Verfertigung eines Dichters beim Dichten«
Diskussion und Lesung mit Péter Esterházy, Lars Gustafsson und Jean-Philippe Toussaint Moderation: Günter Blamberger. Es lesen Anja Laïs und Thomas Loibl. Eintritt: 12,- / 9,-
Sonntag, 18. Dezember, 15.00 Rautenstrauch-Joest-Museum Köln
»Ist Kultur übersetzbar?«
Péter Esterházy im Gespräch mit seinem Übersetzer Adan Kovacsics und seinem Lektor Delf Schmidt. Eintritt: 5,- / 3,- Veranstaltungspartner: Weltlesebühne
Péter Esterházy, geboren 1950 in Budapest, studierte Mathematik und arbeitete als EDV-Spezialist. Seit 1978 lebt er als freiberuflicher Schriftsteller. Als Stipendiat des DAAD- Künstlerprogramms verbrachte Péter Esterházy
1980 längere Zeit in West-Berlin, 1996/97 war er Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin. Er ist u.a. Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Er lebt mit seiner Familie in Budapest.
Sein Roman »Harmonia Cælestis« (2000) über die Geschichte der Familie Esterházy wurde als sein Opus magnum gefeiert. 2002 erschien eine »Verbesserte Ausgabe« dieses großen Romans, der erschütternde Bericht über die Entdeckung der Spitzeltätigkeit seines Vaters, dem er mit »Harmonia Cælestis« ein literarisches Denkmal errichtet hatte.
Für diese beiden Romane wurde ihm 2004 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: »Mit Péter Esterházy ehrt der Börsenverein einen Schriftsteller, der als eine weithin vernehmbare Stimme der Nach- geborenen die Zerstörung des Menschen durch Terror und Gewalt und seine Wiederauferstehung in Trauer und Ironie gestaltet. In ›Harmonia Cælestis‹ und der zugehörigen ›Verbesserte Ausgabe‹ hat er die Last der Wahrheit auf sich genommen, die Verstrickungen und die prototypische Schuld der Menschen des geschichtsmächtigen alten Kontinents in gedächtnisfähige Bilder und Gestalten verwandelt.«
Lars Gustafsson, 1936 in Schweden geboren, studierte Mathematik, Ästhetik, Soziologie, Literaturgeschichte und Philosophie in Uppsala und Oxford. Er arbeitete u.a. als Redakteur einer Literaturzeitschrift. 1983 bis 2006 war er Professor für Germanistische Studien und Philosophie an der University of Texas. Für sein Werk wurde der Lyriker und Romancier vielfach ausge- zeichnet, u.a. mit der Goethe-Medaille (2009). Lars Gustafsson ist Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Gelesen wird aus seinem Essay »Gegen Null. Eine mathematische Phantasie«.
Jean-Philippe Toussaint, 1957 in Brüssel geboren, ist Schriftsteller, Drehbuchautor sowie Regisseur und lebt in Brüssel und auf Korsika. Er studierte Politik und Geschichte in Paris. Sein erster Roman »La salle de bain« erschien 1985, weitere Romane, Drehbücher und Filme folgten. 2006 erhielt Jean-Philippe Toussaint für seinen Roman »Fuir« einen der wichtigsten französischen Literaturpreise, den Prix Médicis. Gelesen wird aus seinem Roman »Die Wahrheit über Marie«.
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