WAS MACHEN MARKER?
Logik, Materialität und Politik von Differenzierungsprozessen
Universität Mainz, September 2/3, 2011
The interdisciplinary research center Social and Cultural Studies Mainz (SOCUM) invites young researchers to its workshop »Was machen Marker? Logik, Materialität und Politik von Differenzierungsprozessen«. Markers play a central role in processes of socio-cultural distinctions and classifications. They may be the result of active performance (such as clothing); they may represent and/or constitute physical differences (signifiers of belonging to one sex or another); or they may be forced upon those who wear them (the »yellow star«). Markers are crucial not only for the perception of people and things in classes and categories; they also influence the construction of identities.
This workshop seeks to disentangle the complex relation between markers and processes of marking. We welcome contributions with inter- and transdisciplinary focus from all disciplines. Abstract deadline: April 4, 2011 (no more than 500 words).
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WAS MACHEN MARKER?
Logik, Materialität und Politik von Differenzierungsprozessen
Arbeitstagung, veranstaltet von der Doktorandengruppe des Forschungszentrums Sozial- und Kulturwissenschaften (SoCuM) Mainz
Freitag und Samstag, 2. bis 3. September 2011
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Das interdisziplinäre Forschungszentrum Sozial- und Kulturwissenschaften Mainz (SoCuM) lädt NachwuchswissenschaftlerInnen zur Arbeitstagung »Was machen Marker? Logik, Materialität und Politik von Differenzierungsprozessen«. SoCuM erforscht unter anderem den Entstehungskontext und die soziokulturellen Konsequenzen von Differenzmarkierungen im Rahmen kategorialer Unterscheidungen von Menschengruppen. Als wichtiges Element dieser Prozesse können Marker gesehen werden: Sie versehen den Gegenstand, dem sie anhängen, mit dem Hinweis darauf, dass er (mindestens im Hinblick auf eine bestimmte Eigenschaft) von anderen Gegenständen verschieden ist. Marker präsentieren sich in einer großen Bandbreite, die von bewusster Performanz (z.B. Kleidung), über verkörperte Differenzen (Insignien der Geschlechtszugehörigkeit) bis zu zwangsweise zugewiesenen Markern (Judenstern) reichen kann. In ihrer Doppelfunktion als Zeichen und Träger von Differenzen sind sie wichtige Elemente der Kennzeichnung von Gruppenzugehörigkeit. Marker tragen somit wesentlich zur kategorialen Wahrnehmung von Personen und Gegenständen bei und beeinflussen die Konstruktion von Identitäten. Damit Marker als Marker funktionieren, müssen sie wahrnehmbar sein. Ihre Wahrnehmung steuern sie über ihre Materialität oder ihre Beschaffenheit, deren Bedeutung kontextuell variiert und ausgehandelt wird.
Die Arbeitstagung soll dieses komplexe Verhältnis von Markern und Prozessen der Markierung entschlüsseln. Dabei sind unter anderem folgende Leitfragen denkbar:
* Wie werden Marker sinnlich wahrgenommen und entschlüsselt?
* Wie sind Prozesse der Bedeutungszuweisung vorstellbar und wie trägt die Distribution von Wissen über den Markerträger dazu bei?
* Wie lässt sich die Beschaffenheit von Markern erfassen, und welche Bedeutung hat diese für ihre Verbreitung und Spielräume von Akteuren bei ihrer sozialen (Um-)Definition?
* Welche Rolle spielen Marker für die Persistenz soziokultureller Differenzen, die nicht selten in die Zuschreibung kategorialer Eigenschaften und in soziale Ungleichheiten überführt werden?
* Welche soziokulturellen, politischen und juristischen Auswirkungen haben Markierungen für das Zusammenleben von Gruppen und Individuen, und welche Rolle spielen Marker in Verhältnissen zwischen Mehr- und Minderheiten?
* Wie wird mit Markern umgegangen, und welche Möglichkeiten des Umgangs sind (politisch, juristisch, ethisch) denkbar?
Wir freuen uns auf inter- oder transdisziplinär ausgerichtete Beiträge junger ForscherInnen, die sich auf laufende Untersuchungen nicht nur aus Sozial- und Kulturwissenschaften beziehen – sondern ebenso rechts-, natur- oder lebenswissenschaftliche Fragen thematisieren können.
InteressentInnen werden gebeten, ihr Exposé von maximal 500 Wörtern in englischer oder deutscher Sprache bis zum 4. April 2011 an Tobias Boll (tobias.boll@uni-mainz.de) und Christian Knöppler (knoepplc@uni-mainz.de) zu schicken.
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