 |
 |
Popularisierung der Naturwissenschaften in Deutschland. Kontinuitaeten und Brueche seit dem Zweiten Weltkrieg
| Call for Papers Date: | 2011-01-15 (Archive) |
| Date Submitted: |
2010-12-09 |
| Announcement ID: |
181271 |
|
Popularisierung der Naturwissenschaften in Deutschland. Kontinuitaeten und Brueche seit dem Zweiten Weltkrieg
„Wir bauen uns ein Atomkraftwerk. Etwas für die ganze Familie.“ (Loriot 1978), Oswald Kolles „Wunder der Liebe“, der Kosmos-Chemiebaukasten, „Weltraumforschung mit Kosmonaut Sigmund Jaehn“ oder Sammelbilder vom amerikanischen „Weg ins All“ (1969) die populaer-naturwissenschaftliche Sachbuch der Nachkriegszeit, etwa Franckhs „Durch die weite Welt. Ein Jahrbuch für junge Leute“: Selbst diese eher zufaellige Auswahl von Erscheinungsformen der Wissenschaftspopularisierung seit dem Zweiten Weltkrieg laesst erahnen, wie breit das Spektrum an Themenfeldern, Medien und Akteursgruppen allein im deutschsprachigen Raum ist, das von der allgemein verstaendlichen Darlegung naturwissenschaftlicher Sachverhalte abgedeckt wird. Aus wissenschaftshistorischer, gesellschaftlicher und politikgeschichtlicher Perspektive bietet sich hier ein Feld für vielfaeltige Forschungsansätze und -fragen.
Der Sammelband „Popularisierung der Naturwissenschaften in Deutschland. Kontinuitaeten und Brueche seit dem Zweiten Weltkrieg“, der 2012 erscheinen soll, moechte die unterschiedlichen Facetten dieses Phaenomens der Popularisierung von naturwissenschaftlichem Wissen in Deutschland nach 1945 erstmals vergleichend thematisieren. Waehrend entsprechende Popularisierungsprozesse für das 19. Jahrhundert mittlerweile recht gut erforscht sind, muss die Geschichte der alten wie der neuen Bundesrepublik sowie der DDR in dieser Hinsicht noch immer als eine terra incognita gelten. Dies ist insofern bemerkenswert, als einerseits der mediale Wandel in der zweiten Haelfte des 20. Jahrhunderts die Popularisierung mit neuen massenwirksamen Formaten und Strategien versehen hat und sich andererseits gerade die populaeren Naturwissenschaften mit ihren oft sensationellen Entwicklungen und Entdeckungen ein symbol- und prestigetraechtiges Kapital in den ideologischen Auseinandersetzungen zwischen Ost und West erwiesen haben. Weil Popularisierungsprozesse keine reine Wiedergabe naturwissenschaftlicher Erkenntnisse sind, sondern Wissen vielmehr transformieren und sogar neu konstituieren, indem sie es kulturell und politisch aufladen, bildet ihre Analyse einen wichtigen Schluessel für eine Kulturgeschichte des Politischen.
Indem der Sammelband nach einzelnen Phasen der Wissenschaftspopularisierung in Ost und West sowie im wiedervereinigten Deutschland fragt und dabei sowohl das Wechselverhaeltnis zwischen der Popularisierung und bestimmten politischen bzw. gesellschaftlichen Tendenzen als auch die Bedeutung des Medienwandels, in formaler wie inhaltlicher Hinsicht, thematisiert, verfolgt er zwei uebergeordnete Ziele: Zum einen untersucht er die Popularisierung der Naturwissenschaften in den beiden deutschen Staaten als einen Spiegel der politischen Entwicklung und der staatlichen Trennung im Kalten Krieg und fragt vor diesem Hintergrund auch nach ihrer Bedeutung im wiedervereinigten Deutschland. Zum anderen verortet er die Wissenschaftspopularisierung in den Prozess der medialen Entwicklung (v.a. Sachbuch, Ratgeberliteratur, Zeitschrift, Fernsehen, Ausstellung), der zugleich als Indikator und Motor eines uebergeordneten Wertewandels erscheint. Leitmotiv bildet letztlich die Frage nach dem Reflex maßgeblicher politischer oder gesellschaftlicher Entwicklungen im Bereich der Wissenschaftspopularisierung in ihren unterschiedlichen Medien, Genres und Formaten.
Um die verschiedenen Aspekte angemessen untersuchen zu koennen, ist der Sammelband in drei thematische Einheiten unterteilt, die sich mit „Medien“, „Akteuren“ und „Themen“ beschaeftigen. Im Einzelnen koennen Beitraege zu folgenden Gegenstaenden eingereicht werden, wobei Vorschlaege zu anderen Bereichen ebenfalls moeglich sind:
Medien
- Das populaer-naturwissenschaftliche Sachbuch in der DDR
- Naturwissenschaft im Fernsehen in Ost- und Westdeutschland
- Das Privatfernsehen und die „Wunderwelt Wissen“
- Museen und Ausstellungen als Medien der Wissenschaftspopularisierung
- Populaere Naturwissenschaft in den neuen Medien
Akteure:
- Wissenschaftler und Wissenschaftspopularisierung in Ost- und Westdeutschland
- Wissenschaftsjournalisten und Multiplikatoren
- Die Ingenieure und die Popularisierung neuer Technologien
Themen:
- Kernkraft und Anti-Atom-Debatte
- Weltall und Raumfahrt
- Umweltschutz und „Klimakatastrophe“
- Die digitale Revolution
- Genetik, Gentechnik und life sciences
Abstracts (max. 2.500 Zeichen) sollten bis 15.01.2011 in elektronischer Form bei den beiden Herausgebern eingehen (schwarz@geschichte.uni-siegen.de bzw. carsten.kretschmann@hi.uni-stuttgart.de). Zusagen werden bis Ende Januar 2011 versandt.
|
Didn't find what you're looking for? Try our power search! |
Return to the top of this page
Return to announcements home
|
Send comments and questions to H-Net
Webstaff. H-Net reproduces announcements that have been submitted to us as a
free service to the academic community. If you are interested in an announcement
listed here, please contact the organizers or patrons directly. Though we strive
to provide accurate information, H-Net cannot accept responsibility for the text of
announcements appearing in this service. (Administration)
|
|