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Der Problemkomplex „Institutionalisierung der Literatur“ greift denkbar vielfältige Bezüge des Literarischen auf – angefangen bei seiner heute mehr denn je rätselhaften Bestimmung. Nicht zufällig kam diese Fragestellung nach der Problematisierung formalistisch-strukturalistischer Modelle der Literarizität in den 70-80er Jahren auf. Dass die institutionellen Bezüge der Literatur wichtig werden, steht allgemein verstanden mit den Ambivalenzen des Status, der dem Literarischen zugeschrieben wird, in engstem Zusammenhang. Diese institutionelle Dimension lässt sich jeweils nach ihren referentiellen, kulturtechnischen und performativen Aspekten auffächern, die in Komplexen der Archivierung, des Bewahrens, Wiederholens und Reproduzierens von Literatur und ihrer Interpretation ins Spiel gebracht werden.
Literatur und Institution
Internationale Tagung an der Humboldt-Universität zu Berlin
Magnus Haus
Am Kupfergraben 7
10117 Berlin
Donnerstag, 17.06.10
15.15 Eröffnung der Tagung durch Michael Kämper-van den Boogaart, Dekan der Philosophischen Fakultät II, Humboldt-Universität zu Berlin
15.30 Begrüßung und Einführung
16.00–17.00 Ernõ Kulcsár-Szabó (ELTE Universität Budapest): Der erste Anfang als „Ereignis” (Entstehung der Kultur zwischen Sprachgeschehen und kulturellem Materialismus)
17.00–17.30 Kaffeepause
17.30–18.30 István M. Fehér (ELTE Universität Budapest): Die Humboldt-Universität: Spannung von Idee und Institution
18.30–19.30 Helmut Pfeiffer (HU Berlin): Lascaux und die Institution der Kunst (auf den Spuren von Gehlen und Bataille)
Gemeinsames Abendessen
Freitag, 18.06.10
09.30–10.30 Wolfram R. Keller (HU Berlin): Die Selbst-Institutionalisierung von Literarischer Autorschaft im frühneuzeitlichen England: Ben Jonson
10.30–11.00 Kaffeepause
11.00–12.00 Evi Fountoulakis (Universität Basel): Zwischen Institution und singulärem Ereignis. Zur Gastfreundschaft in der Literatur
12.00–13.00 Csongor Lõrincz (HU Berlin): Erbe, Ereignis und Genealogie (Stifter)
13.00–14.30 Mittagspause
14.30–15.30 Christine Blättler (Universität Potsdam, IWM Wien): Exoterische Präsentation und esoterische Codierung: Zu einem literarischen Verfahren der Politischen Philosophie
15.30–16.30 Beatrix Kricsfalusi (Universität Debrecen): Zeugenschaft, Performanz und Öffentlichkeit in Elfriede Jelineks Rechnitz (Der Würgeengel)
16.30–17.00 Kaffeepause
17.00–18.00 Gábor Tamás Molnár (ELTE Universität Budapest): Science/Fiction: Institutions of Knowledge in Thomas Pynchon's Mason & Dixon
Samstag, 19.06.10
09.30–10.30 Attila Simon (Universität Debrecen): Das Gesetz in Sophokles’ Antigone
10.30–11.30 Jill Scott (Queen’s University, Kingston): Institutionalizing Kafka’s Der Prozeß: Literature and Jurisprudential Innovation
11.30–12.00 Kaffeepause
12.00–13.00 Susanne Strätling (FU Berlin): Wort und Tat. Sergej Tret'jakovs juridischer Pakt mit der Literatur
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