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11. Fachtagung des Arbeitskreises Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit (AKGG-FNZ):
Gefühle - Emotionalität – Geschlecht
03.-05. November 2005 im Tagungszentrum Stuttgart-Hohenheim
Seit Oktober 1994 trifft sich der Arbeitskreis Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit kontinuierlich zu einer Fachtagung in Stuttgart-Hohenheim. Wir freuen uns, dass wir die Mitglieder des Arbeitskreises sowie alle fachlich Interessierten nun bereits zur elften Fachtagung ins Tagungszentrum der Akademie einladen können. Inhaltlich werden wir uns diesmal mit der Frage beschäftigten, ob und wie Gefühle und Emotionen historisiert und so für die Analyse vergangener wie auch gegenwärtiger Gesellschaften genutzt werden können.
Selbstverständlich kann die Tagung keine Antwort auf die Frage geben, was Menschen "wirklich" sinnlich wahrgenommen bzw. gefühlt haben. Die überlieferte Texte, Bilder und Dinge lassen sich aber sehr wohl daraufhin befragen, wie Menschen ihren Emotionen Ausdruck verliehen und wie diese Weisen, Emotionen zu empfinden, eingeübt wurden. Emotionen werden in einem Gedicht oder einem Roman anders codiert als etwa in einem Flugblatt, einem Ehedispensansuchen oder einem Gerichtsprotokoll. Wir werden uns daher auch für das Wechselspiel zwischen der jeweiligen Gefühlsrepräsentation und dem spezifischen Darstellungsmedium interessieren. Gleichzeitig wird unser Augenmerk auch der Frage gelten, welche diskursiven Bedingungen und kulturellen Muster den Menschen zur Konstruktion, Wahrnehmung und Beschreibung ihrer Emotionen jeweils zur Verfügung standen. Nicht zuletzt wird uns auch die Frage nach der Körperlichkeit von Gefühlen beschäftigen.
Die Tagung will Gelegenheit bieten, diese komplexen Prozesse und Fragestellungen in geschlechtergeschichtlicher Perspektive zu beleuchten. Unter diesem Vorzeichen werden wir auch konzeptionelle Probleme und Möglichkeiten diskutieren, die etwa Schlüsselbegriffe wie Emotion(-alität), Gefühl, Diskurs, Codierung, Repräsentation und nicht zuletzt "Geschlecht" betreffen.
Tagungsleitung
Dieter R. Bauer, Stuttgart
Prof. Dr. Andrea Griesebner, Wien
Dr. Maren Lorenz, Hamburg
Dr. Monika Mommertz, Berlin
Prof. Dr. Claudia Opitz-Belakhal, Basel
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