|
Das Graduiertenkolleg "Kulturhermeneutik im Zeichen von Differenz und Transdifferenz" der Universität Erlangen-Nürnberg lädt ein zur Konferenz:
Die Arbeit (an) der Macht. Zur Verflechtung von Kultur, Kommunikation und Macht - Prozesse, Materialisierungen, Theorien
Working (On) Power. Interconnecting Culture, Communication, and Power -
Processes, Materialisations, Theories
18. - 20. November 2005, Universität Erlangen-Nürnberg
Keynote Lecture: Gerhard Göhler (Berlin)
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zentrales Thema der Konferenz:
MACHT, KULTUR, KOMMUNIKATION - ihre zahlreichen Verflechtungen und Wechselwirkungen bilden den gemeinsamen Problemhintergrund aller neueren kultur- und sozialwissenschaftlichen Forschung. Ob sie mit Prozessen oder Manifestationen der Kulturproduktion befasst ist, mit zeitgenössischen oder historischen Untersuchungsgegenständen - immer wieder stößt sie auf die machtvolle Selektivität alltäglicher Kommunikation und die vielfältigen kulturellen Voraussetzungen von Macht, Herrschaft und Gewalt. Die Konferenz bietet die Gelegenheit, konkurrierende Theorien und Methoden in diesem Feld zu vergleichen und anhand von konkreten Forschungsprojekten und -gegenständen zu diskutieren. Können sich einzelne Ansätze bei der Untersuchung des komplexen Zusammenspiels von Kultur, Kommunikation und Macht gegenseitig ergänzen? Wie könnten sie zusammenwirken, wie weiterentwickelt werden?
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Die folgenden (parallel laufenden) Workshops werden angeboten:
Workshop 1: Kulturelle Formen der Machteinschreibung
Raum, Körper, Architektur, (Stadt-)Topographien
Referenten: Bernd Belina (Potsdam), Jesko Fezer (Berlin)
Moderation: Ulrich Wenzel (Erlangen)
Ghettos, gated communities und national befreite Zonen sind nur besonders deutliche Beispiele für den Kampf um die Kontrolle urbaner Räume. Als Orte, an denen verschiedene soziale Gruppen, Geschlechter, Kultur- und Lebensformen aufeinander treffen, zeichnen sich Städte durch besondere In- und Exklusionsmechanismen aus. Welche Ziele werden von Stadtentwicklungspolitiken auf lokaler Ebene bzw. Kontrollpolitik auf nationaler Ebene heute verfolgt und welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es für andere Akteure? Welche Interessen gehen mit welcher Territorialisierung einher?
Der Workshop bietet die Gelegenheit, am Beispiel der Forschungsprojekte der TeilnehmerInnen verschiedene Theorien zum Verhältnis von Planungs-, Aneignungs- und Widerstandspraxis, sowie aktuelle Tendenzen zeitgenössischer Raumtheorien zu diskutieren.
Workshop 2: Kulturelle Formen der Machtrepräsentation
Film, Migration, Ethnisierung, Vergeschlechtlichung
ReferentInnen: Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Manchester), Dirk Tänzler
(Konstanz)
Moderation: Andrea Kuhn (Erlangen)
Ausgehend von zeitgenössischen Beispielen im Film soll in diesem Workshop die sensible Frage nach der/den Politik(en) und Praktiken der Repräsentation und deren Zusammenhängen mit Macht und Gewalt gestellt werden. Die Frage nach der Überlagerung verschiedener Herrschaftsverhältnisse - wie Ethnisierung und Vergeschlechtlichung - und danach, wer wen, wie und wann repräsentieren kann, hat hier einen zentralen Stellenwert. So steht die Frage nach einer kritischen Theorie und Praxis der filmischen Repräsentation im Mittelpunkt. Wie lässt sich das Thema methodisch fassen und wie ist es möglich, hier nicht nur die Frage nach symbolischer Macht, sondern auch die nach Materialität und Leiblichkeit in den Blick zu nehmen?
Workshop 3: Kulturelle Diskurse und Macht
Kulturelles Gedächtnis, kanonische Diskurse, Ideologie, Machtpraktiken
ReferentInnen: Susanne Krasmann (Hamburg), Rudolf Speth (Berlin)
Moderation: Carsten Zorn (Erlangen)
Im kulturellen Gedächtnis fest etablierte, kanonische Diskurse, postmaterialistische Werte, neue kulturwissenschaftliche, ökonomische oder medizinische Paradigmen - im Falle der Durchsetzung neuer Machtpraktiken und Ideologien und der Neuformatierung gesellschaftlicher Institutionen ist stets mit einem komplexen, voraussetzungsreichen Zusammenwirken verschiedenster Diskurse zu rechnen. Ausgehend von konkreten Beispielen für das Zusammenspiel von Machtstrukturen und kulturellen Diskursen bietet der Workshop die Gelegenheit, anhand von Forschungsprojekten der TeilnehmerInnen, verschiedene Theorien in diesem Feld - der möglichen Verhältnisse, in die Diskurse und Machtpraktiken bzw. Semantiken und Gesellschaftsstrukturen zueinander treten können - miteinander zu vergleichen, und deren Validität empirisch-historisch zu erproben und zu diskutieren.
Workshop 4: Kulturelle Grenzen und Macht
Selektivität, Grenzen, Übersetzung, Inter- und Intrakulturalität, Konstruktionen des Fremden
ReferentInnen: Mark Stein (Potsdam), Bernardine Evaristo (London)
Moderation: Christian Huck (London)
Im Mittelpunkt dieses Workshops steht die Frage nach der Wirkmächtigkeit und dem transformativen Potential von (postkolonialer) Literatur: Inwiefern können in und durch Literatur kulturelle Grenzziehungen beeinflusst werden? Dekonstruiert sie tatsächlich "den" bzw. "das Fremde"? Oder trägt sie nicht vielmehr dazu bei, neue Fremdbilder zu konstruieren und damit neue kulturelle Grenzen zu ziehen? Welche Rolle spielt hierbei der Einfluss des Kulturmanagements auf die Kulturproduktion? Der Workshop bietet die Gelegenheit, diesen Fragen anhand der Forschungsprojekte der TeilnehmerInnen nachzugehen und den Einfluss der Literatur auf die Prozesse der Kulturproduktion und des kulturellen Wandels zu beleuchten.
[Workshopsprache: Englisch]
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Programmablauf:
Freitag, 18.11.2005
ab 13:00 Anmeldung
Raum: Institut für Soziologie, Kochstr. 4, 5. Stock, Foyer
15:00 - 18:00 Plenum
Raum: Institut für Geographie, Kochstr. 4, Hörsaal C
Eröffnung:
Urte Böhm, Claudia Globisch, Lena Steveker, Maisun Sharif, Carsten Zorn
Begrüßung:
Ilja Srubar, Sprecher des Graduiertenkollegs "Kulturhermeneutik im Zeichen von Differenz und Transdifferenz"
Keynote Lecture: Gerhard Göhler (Berlin)
Diskussion
ab 19:00 Conference Dinner
Samstag, 19.11.2005
09:30 - 10:30 Plenum
Raum: Institut für Geographie, Kochstr. 4, Hörsaal C
Vorstellung der Workshops
ReferentInnen: Christian Huck, Andrea Kuhn, Ulrich Wenzel, Carsten Zorn
10:30 - 11:00 Kaffeepause
11:00 - 12:30 Workshop-Session Teil 1 - 4 Workshops (zeitgleich)
Raum: Seminarräume in der Kochstr. 4, 5. Stock
12:30 - 14:30 Mittagspause
14:30 - 16:00 Workshop-Session Teil 2 - 4 Workshops (zeitgleich)
Raum: Seminarräume in der Kochstr. 4, 5. Stock
16:00 - 16:30 Kaffeepause
16:30 - 18:00 Workshop-Session Teil 3 - 4 Workshops (zeitgleich)
Raum: Seminarräume in der Kochstr. 4, 5. Stock
ab 20:00 Abendprogramm
u.a. Lesung mit Raul Zelik (Berlin)
Sonntag, 20.11.2005
10:30 - 13:00 Plenum
Raum: Institut für Geographie, Kochstr.4, Hörsaal C
Präsentation der Workshop-Ergebnisse &
Offene Podiumsdiskussion mit allen ReferentInnen
Moderation: Doris Feldmann, Heike Paul (Erlangen)
Verabschiedung:
Ilja Srubar, Sprecher des Graduiertenkollegs "Kulturhermeneutik im Zeichen von Differenz und Transdifferenz"
Da die Workshops parallel laufen und hier jeweils die Möglichkeit gegeben werden soll, intensiv an einem Thema zu arbeiten, ist die Teilnahme nur an je einem Workshop möglich. Die TeilnehmerInnenzahl in den Workshops ist auf jeweils 20 Personen begrenzt.
Eine Anmeldung zur Konferenz und den jeweiligen Workshops bis zum 19.09.05 ist erforderlich.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Anmeldung und weitere Informationen unter:
www.kulturhermeneutik.uni-erlangen.de/konferenz2005/html
Kontakt:
Graduiertenkolleg "Kulturhermeneutik im Zeichen von Differenz und Transdifferenz"
Konferenz "Die Arbeit (an) der Macht"
Annette Thüngen
Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
Schillerstr. 1
Raum U1.125
D-91054 Erlangen
Fax +49 (0)9131 85-22970
E-Mail: kulturhermeneutik@phil.uni-erlangen.de
Über das Graduiertenkolleg:
Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Freistaat Bayern finanzierte Kolleg "Kulturhermeneutik im Zeichen von Differenz und Transdifferenz" beschäftigt sich mit inter- und intrakulturellen Verständigungsprozessen auf der Subjekt- und der Gruppen-Ebene. Über Phänomene der kulturellen Differenz hinaus thematisiert es solche der Transdifferenz auf Grund von Mehrfachzugehörigkeiten, Grenzüberschreitungen und Überlagerungen, sowie die sich daraus ergebenden hermeneutischen Probleme.
Beteiligte Fächer: Amerikanistik, Anglistik, Kanadistik, Theater- und Medienwissenschaft, Politische Wissenschaft, Sinologie, Sozialethik, Soziologie und Systematische Theologie.
Website: www.kulturhermeneutik.uni-erlangen.de
|