Call for Papers:
"Das Gerede vom Diskurs – Diskursanalyse und Geschichte"
Themenheft der Oesterreichischen Zeitschrift fuer Geschichtswissenschaften 2006/2
Die Geschichtswissenschaften ringen nach wie vor mit der Diskursanalyse. Handelt es sich bei Ihr, wie Philipp Sarasin meint, womoeglich um "keine Methode, die man 'lernen' koennte, sondern [eher um] eine theoretische, vielleicht sogar philosophische Haltung"? (Sarasin, Geschichtswissenschaft, 8) Ist Achim Landwehr zu folgen, der einen konkreten methodischen Vorschlag fuer das Vorgehen bei historischen Diskursanalysen praesentiert hat? (Landwehr, Geschichte des Sagbaren, 103 ff.) Oder erweist sich die Historiographie einmal mehr als 'verspaetete Disziplin', die dem theoretischen und methodischen Wandel der Sozial- und Kulturwissenschaften hinterherhinkt und sich im besten Fall des dortigen Methodenrepertoires bedienen kann. (vgl. Keller, Handbuch Diskursanalyse oder ders., Diskursforschung)
Mit dem Themenheft "Das Gerede vom Diskurs – Diskursanalyse und Geschichte" moechte die OeZG zur weiteren Reflexion und Kritik des Diskursparadigmas, der Diskurstheorie und -analyse in den Geschichtswissenschaften anregen.
Publiziert werden Artikel, die
- die Entwicklung und den Stand der Diskursdiskussion (insbesondere auch den Diskursbegriff) in der Historiographie reflektieren,
- methodologische und methodische Fragen anhand spezifisch geschichtswissenschaftlicher Dimensionen eroertern,
- die explizite Anwendung diskursanalytischer Methoden an material-/quellenorientierten Fragestellungen vorfuehren,
- die historische Diskursanalyse entlang der Text/Kontext-Problematik – und hier insbesondere der Schnittstelle von sozialer Theorie und Texttheorie – problematisieren.
Neben umfangreichen deutsch- oder englischsprachigen Artikeln (im Umfang von 40.-50.000 Zeichen) werden auch themenspezifische Forumbeitraege (Berichte ueber Forschungsprojekte, Tagungen und Ausstellungen sowie Essays zu aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen aus historischer Sicht mit bis zu 20.000 Zeichen) und Review Essays/Sammelrezensionen veroeffentlicht.
Senden Sie ein 1-2seitiges Abstract oder ein Manuskript an Franz X. Eder, Institut fuer Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Universitaet Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 1, A-1010 Wien (franz.eder@univie.ac.at).
Einsendeschluss fuer Artikelvorschlaege: 30. Maerz 2005.
Deadline fuer die Abgabe der Artikel: 1. Oktober 2005
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