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01.-03.04.04: Das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, der Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Universität Kassel und die Facoltà di Giurisprudenza dell’Università degli Studi Roma Tre veranstalten vom 01. bis 03. April 2004 eine Tagung zum Thema „Praxis der Gerichtsbarkeit in europäischen Städten des Spätmittelalters".
Die Tagung verfolgt das Ziel, die Praxis der Gerichtsbarkeit in verschiedenen europäischen Städten des Spätmittelalters zu beleuchten. Im Zentrum steht die Frage, auf welche Weise die Quellen zum mittelalterlichen Verfahren eine kommunikative Einbindung der Parteien beim Zustandekommen des Urteils erkennen lassen.
Die Tagung wird sich auf Zivilstreitigkeiten konzentrieren, die vor kommunalen Gerichten unter Einschluss der Handelsgerichte, vor anderen weltlichen Spezialgerichten und vor kirchlichen Richtern verhandelt wurden. Eine auf Prozessakten gestützte Herangehensweise soll die funktionalen Aspekte des Verfahrens erhellen und verdeutlichen, wie diese zur Akzeptanz von einzelnen Urteilen und gerichtlicher Institutionen beitrugen. Damit rückt die Kommunikation über Konflikte in das Zentrum einer Diskussion, welche sowohl die Vielfalt der Konfliktthemen und Konfliktformen als auch die den beteiligten Streitparteien offenstehenden alternativen Verhaltensstrategien widerspiegeln soll. Darüber hinaus bedarf es einer möglichst genauen Analyse der Arbeitsweise spätmittelalterlicher Gerichte.
Unter dieser Perspektive werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Verfahrenspraxis in den einzelnen Städten europäisch vergleichend mit einer besonderen Berücksichtigung der deutschen und italienischen Kulturräume gegenübergestellt.
Programm und weitere Information:
http://www.mpier.uni-frankfurt.de/Aktuelles/tagung-gerichtsbarkeit.pdf
Programm
Donnerstag, 01.04.04
14.00h Michael STOLLEIS: Begrüßung. Ingrid BAUMGÄRTNER: Zur Einführung
I. Konflikte und Kulturen der Kommunikation
Moderator: Hans SCHLOSSER
14.30h Simon TEUSCHER: Konstruktion regionaler Rechtstatsachen. Wandel der Verfahrens und Ver-schriftlichungstechniken in Kundschaften über Rechtsgewohnheiten auf dem Gebiet der Schweiz (1250–1500)
15.30h Giovanni MILANI: I contenuti della prima giurisdizione comunale nei patti cittadini del XII secolo
16.30h Kaffeepause
17.00h Leah OTIS-COUR: Disputes involving women brought before the Parlement de Toulouse in the fifteenth century
18.00h Führung durch die Bibliothek des MPIER
18.30h Frank REXROTH: Sprechen mit Bürgern, Sprechen mit Richtern. Herrschaft, Recht und Kommunikation im spätmittelalterlichen London
Freitag, 02.04.04
II. Konkurrenz und Kooperation
Moderator: Gerhard DILCHER
09.00h Mario ASCHERI: Concorso di giurisdizioni nel caso di Siena: esempi dei secoli XIII–XV
10.00h Thomas WETZSTEIN: Tam inter clericos quam laicos? Die Kompetenz des Konstanzer geistlichen Gerichts zwischen Anspruch und Wirklichkeit
11.00h Kaffeepause
11.30h Franz-Josef ARLINGHAUS: Genossenschaft, Gericht und Kommunikationsstruktur. Zum Zusammenhang von Vergesellschaftung und Kommunikation vor Gericht
12.30h Mittagspause
III. Kommunikationsformen gelehrter Rechtsprechung
Moderator: Knut Wolfgang NÖRR
14.30h Eberhard ISENMANN: Gelehrte Juristen und das Prozessgeschehen im 15. Jahrhundert
15.30h Susanne LEPSIUS: Dixit male iudicatum per iudices – Luccheser Appellationsgerichtsbarkeit im Spiegel der archivalischen Überlieferung
16.30h Kaffeepause
17.00h Sara MENZINGER: Forme di organizzazione giudiziaria nei primi esperimenti podestarili dell’Italia comunale: i casi di Bologna, Milano e Pisa
18.00h Vincenzo COLLI: Acta civilia in curia potestatis: Firenze 1344
Samstag, 03.04.04
IV. Konfliktbearbeitung innerhalb und außerhalb des Gerichts
Moderator: Peter LANDAU
09.00h Massimo VALLERANI: Tra astrazione e prassi: elementi politici e culturali del processo nelle città italiane tra XII secolo e XIII secolo
10.00h Neithard BULST: Richten nach Gnade oder nach Recht. Zum Problem spätmittelalterlichen Gnadenbittens
,p>11.00h Kaffeepause
11.15h Gundula GREBNER: Die Praxis des Judeneides im spätmittelalterlichen Frankfurt
12.15h Abschlussdiskussion. Diskussionsleiter: Gerhard DILCHER
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