|
Kunst im Stadtraum - Hegemonie und Öffentlichkeit
Das Symposium "Kunst im Stadtraum – Hegemonie und Öffentlichkeit" thematisiert die Zielsetzungen und gesellschaftlichen Voraussetzungen von Kunst im öffentlichen Raum. Ziel des Symposiums ist es, Verbindungen zwischen aktuellen Positionen der Kunst im öffentlichen Raum sowie Freiplastiken und anderen künstlerischen Gestaltungen herzustellen, die zu Zeiten der DDR entstanden sind. Ein wichtiges Anliegen der zweitägigen Veranstaltung besteht darin, die Diskussion von pauschalen Einordnungen und Wertungen der "Auftragskunst" oder der so genannten freien Kunst wegzuführen und Perspektiven einer differenzierteren Annäherung zu öffnen. Dabei werden folgende Fragen für Ost und West gleichermaßen gestellt: Welche Beweggründe und Aufgabenstellungen gab es für die Gestaltung öffentlicher Räume - vor allem in den 1960er und 1970er Jahren - und welche Motivationen leiten Projekte der Kunst im öffentlichen Raum heute? Welchem Bedeutungswandel unterliegen künstlerische Arbeiten im Stadtraum in der historischen Distanz und wie lässt sich mit dem Erbe einer jüngeren Vergangenheit umgehen, ohne zu polarisieren? Weder eine ‘Musealisierung‘ des Stadtraumes noch ein ‘Bildersturm‘, das heißt eine Räumung von Plastiken der Vergangenheit werden den Anforderungen gerecht, die der öffentliche Raum stellt.
Nach wie vor prägen zahlreiche Freiplastiken, aber auch Wandgemälde, Brunnenanlagen und Mosaike, die zwischen 1949 und 1989 entstanden sind, in Dresden den öffentlichen Raum. Welche Bedeutung haben sie für die zerstreute Wahrnehmung im Alltag und für ein kollektives Bewusstsein? Planung von Stadt und künstlerische Gestaltung von Räumen vermitteln ein vielschichtiges Bild von Geschichte, von Utopien und Gesellschaftsmodellen, aber auch von Konflikten, von Ordnung und Dissenz. Wie geht man mit den früher getroffenen Aussagen um? Auch gegenwärtige Positionen von Kunst im öffentlichen Raum spiegeln aktuelle gesellschaftliche Situationen wider. Die Bandbreite reicht von Kunst am Bau, über heute noch als Stadtmöblierung kritisierte gestalterische Setzungen bis hin zu einer interventionistischen Praxis, die auf temporäre Artikulationen und verschiedene Nutzungen öffentlicher Räume setzt.
Ziel des Symposiums ist es weniger, abschließende Ergebnisse zu diesem Thema zu präsentieren, als es vielmehr neu zu betrachten und künstlerische wie auch wissenschaftliche Ansätze einem interessierten Publikum zugänglich zu machen.
Programm
Freitag, 21.11. 2003
20.00 Uhr "repeat is not return"
– ein Gespräch mit Olaf Nicolai und Jan Wenzel über die Hallenser
Freiplastik "Flamme der Revolution" (Siegbert Fliegel, 1967)
und Formen der Wiederholung in der zeitgenössischen Kunst
Ort: Kunsthaus Dresden, Rähnitzgasse 8, 01097 Dresden
Samstag, 22.11.2003
13.30 Uhr Anmeldung
13.45 Uhr Einführung in das Programm durch Ralph Lindner, Leiter Kunstfonds des Freistaates Sachsen und Christiane Mennicke, Leiterin Kunsthaus Dresden
14.00 Uhr Prof. Dr. Hans-Ernst Mittig: Was ist aus Denkmälern der DDR heute zu lernen?
14.40 Uhr Diskussion
14.50 Uhr Dr. Claudia Büttner: Wem gehört der öffentliche Raum? Kunst zwischen Öffentlichkeit und Planung
15.20 Uhr Hans Konrad: Verfahrensweisen zur künstlerischen Ausgestaltung städtischer Räume und neuer Wohngebiete der Stadt Dresden in den 50er, 60er und 80er Jahren
15.40 Uhr Diskussion, anschließend Pause mit Kaffee/Erfrischungen
16.20 Uhr Dr. Oliver Marchart: Was heißt hier öffentlich? Kunst, Konflikt und Hegemonie
17.00 Uhr Dr. Sabeth Buchmann: Das unendlich Kleine - mikropolitische Konzeptionen des Öffentlichen
17.40 Uhr Diskussion
18.00 Uhr Rudolf Herz: Lenin On Tour
18.30 Uhr Ende
Sonntag, 23.11.2003
10.00 Uhr Prof. Dr. Karl-Siegbert Rehberg: Vor-Bilder für ein Gesellschaftsprojekt. Zur Kunstpolitik der DDR und zu Veränderungen seit der "Wende"
10.40 Uhr Gespräch mit dem Dresdner Künstler Vinzenz Wanitschke: Über die Bedingungen bildhauerischen Schaffens der DDR in den 70er und 80er Jahren.
11.00 Uhr Diskussion, anschließend Pause mit Kaffee/Erfrischungen
11.30 Uhr Dr. Wolfgang Ullrich: Melancholieverbot und Spaßkultur. Wozu soll Kunst im öffentlichen Raum motivieren?
12.10 Uhr Christoph Schäfer:Unerwartete Begegnungen im städtischen Raum
12.50 Uhr Abschlussdiskussion
13.30 Uhr gemeinsamer Mittagsimbiss
Veranstaltungsort: Kulturrathaus Dresden, Festsaal 1.OG, Königstr. 15, 01067 Dresden
Verkehrsverbindung: Linie 3, 6, 7, 8, 11 bis Albertplatz
Information: Kunstfonds des Freistaates Sachsen, Wasastr. 11, 01219 Dresden, T:+ 49-(0)351-471 83 16, F: + 49-(0)351-471 01 44,
info@kunstfonds.smwk.sachsen.de, www.dresden-postplatz.de
Kosten: 15 EUR ermäßigt, 20 EUR [inkl. Getränke + Mittagsimbiss]
Anmeldung: bis 19. November 2003 bitte an den Kunstfonds Sachsen, Stadtsparkasse Dresden, Konto: 345 301 249, BLZ: 850 55 142, Verwendungszweck: Symposium + Vor-/ Zuname. Die Anmeldung ist nach Eingang des Symposiumbeitrages gültig.
Übernachtung: www.dresden.de [Tourismus] oder T: + 49-(0)351-49 19 22 22 Dresden-Werbung und Tourismus GmbH
Veranstalter: Kunstfonds des Freistaates Sachsen in Kooperation mit dem Kunsthaus Dresden im Rahmen von "DRESDENPostplatz. Soweit war ich mit meinen Gedanken gekommen, als plötzlich der Frühling hereinbrach."
Konzeption: Ralph Lindner, Christiane Mennicke
gefördert durch die kulturstiftung des bundes
|