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Geschlechtergeschichte im Spannungsfeld von Wissen und Wissenschaft:AK GESCHLECHTERGESCHICHTE DER FRÜHEN NEUZEIT in Zusammenarbeit mit der Katholischen Akademie der Dioezese Rottenburg-Stuttgart in Stuttgart Hohenheim
Für das Programm der diesjährigen Tagung wurde als Oberthema „WISSEN - GESCHLECHT - WISSENSCHAFT“ gewählt. Es soll also darum gehen, Geschlechtergeschichte im Spannungsfeld von Wissen und Wissenschaft zu verorten.
Dabei ist zum einen an eine Auseinandersetzung mit aktuellen Positionen der Naturwissenschafts- und der Technikgeschichte vom geschlechtergeschichtlichen Standpunkt aus zu denken; es sind dabei aber auch – ausgehend von der Erkenntnis, dass gerade der frühneuzeitliche Wissenschaftsbegriff noch wenig eindeutig war und – andere Wissenschaften und deren Geschichte(n) - Rechtsgeschichte, Geschichte der politischen Theorien und Ideologien, Theologie- und Philosophiegeschichte, Medizingeschichte etc. – mit eingeschlossen.
Vor allem aber soll das breite Feld solcher Wissensbestände und Wissensweisen vermessen werden, das aus dem Blick der modernen Wissenschaft lange eher ausgeklammert wurde: etwa der weite Bereich des Alltags-, Wirtschafts-, Versorgungs- und Kommunikationswissens ebenso wie des Wissens im Bereich von Natur, Religion und Magie.
- Reflektiert werden sollen Mechanismen des Ein- bzw. Ausschlusses von Wissensbeständen, Wissensweisen und Organisationsformen von Wissen:
- Welche Rolle spielte Geschlecht in der Entstehung, Ausdifferenzierung und Abgrenzung von nicht wissenschaftlichen und wissenschaftlichen Wissensformen?
- Wie und in welchen Kontexten wurde Geschlecht zu einem Faktor der Ent- bzw. Aufwertung von Wissensformen, wie zu einem Faktor der Partizipation an den verschiedenen sozialen und kulturellen Institutionen des Wissens?
- Auf welche Weise wurden Konzeptionen von Geschlecht, aber auch von „Wissen“ selbst geprägt durch derartige Prozesse?
- Welche Handlungsmöglichkeiten ergaben sich für unterschiedliche historische AkteurInnen und welche Folgen hatte dies für die Geschlechter und ihre (differente) Situierung in der modernen Wissens- wie v. a. der Wissenschaftswelt?
- Nicht zuletzt sollen hier auch Institutionen des Wissenserwerbs und –transfers in den Blick genommen werden, sowie die (ggf.) geschlechts- und standesspezifisch unterschiedlichen Formen und Möglichkeiten der Wissensaneignung und des Transfers von Wissensbeständen (etwa durch mündliche Überlieferung, durch (magische oder religiöse) Rituale usw.).
Wir freuen uns über vielfältige Vorschläge, gerade auch von jüngeren Kolleginnen und Kollegen - auch aus benachbarten historisch arbeitenden Disziplinen. „Work-in-progress“ und Beiträge, die Probleme mit Material und Methoden reflektieren sind willkommen!
Die Tagung will ja, wie dies bislang schon üblich war, insbesondere dem „wissenschaftlichen Nachwuchs“ eine Plattform zu Präsentation von Forschungsarbeiten bieten: Darüber hinaus wollen wir noch stärker als bisher methodologisch-theoretische Debatten initiieren oder jedenfalls intensivieren.
Dies kann nur dann gelingen, wenn die einzelnen Beiträge ganz maßgeblich den Fokus auf die eigene verwendete Methode bzw. den theoretischen Hintergrund des jeweiligen Forschungsansatzes legen.
Der „round-table“ wird sich diesmal ebenfalls mit Wissens- und Wissenschaftsgeschichte befassen und versuchen, neue Perspektiven für die Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit in diesem Forschungsfeld auszuloten.
Vortragsvorschläge, die thematisch in den Rahmen unseres Tagungskonzeptes passen, nehmen wir gerne per email unter der Adresse madeleine.mueller@unibas.ch oder per Post an die unten stehenden Adressen bis zum 31. Juli entgegen (Adressen s. u.).
Weitere Informationen und auch eine Übersicht über die bisherigen Aktivitäten des AKGG-FNZ finden sich auf unserer neuer homepage unter: http://www.hb-electronic.de/akgg/index.html
Gez. Prof. Dr. Rebekka Habermas (Göttingen); Dr. Maren Lorenz (Hamburg), Dr. Monika Mommertz (Berlin)¸ Prof. Dr. Claudia Opitz (Basel)
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