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New Perspectives: Gender History after the Linguistic Turn
(conference languages: mainly german, english)
Neue Perspektiven:
Geschlechtergeschichte nach dem linguistic turn
Wissenschaftliche Fachtagung
13.–15. Juni 2002
Weingarten (Oberschwaben)
In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Frauen- und Geschlechtergeschichte der Fruehen Neuzeit
Gefoerdert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft
AKADEMIE DER DIOEZESE ROTTENBURG-STUTTGART
Neue Perspektiven:
Geschlechtergeschichte nach dem linguistic turn
Die Geschlechtergeschichte hat in den letzten 20 Jahren Wesentliches zur Erneuerung der Geschichtswissenschaft beigetragen. Diese Erneuerung beschraenkte sich nicht auf eine thematische Erweiterung des Untersuchungsfeldes, vielmehr war sie auch methodischer Natur. Die Rekonzeptualisierung von Geschlecht als analytischer Kategorie und zugleich relationales – auf Maenner wie Frauen bezogenes – diskursiv formiertes Ordnungsprinzip liess eine neue Geschlechtergeschichte entstehen und praegte gleichzeitig die durch den linguistic turn ausgeloesten geschichtswissenschaftlichen Debatten entscheidend.
In den Auseinandersetzungen der letzten Jahre wurden die herkoemmlichen Grenzen zwischen Strukturgeschichte, Erfahrungsgeschichte und einer Geschichte, die Dekonstruktion zu ihrem zentralen Fokus macht, zusehends problematischer. Daraus ergeben sich neue Fragstellungen, Perspektiven und Annaeherungsweisen, die fuer die Geschlechtergeschichte und ueber diese hinaus von Bedeutung sind. Mit Blick auf die Fruehe Neuzeit soll jenseits bisheriger Dichotomien von Dekonstruktion versus Struktur bzw. Erfahrung der Stand zentraler konzeptioneller UEberlegungen kritisch reflektiert, sollen neue Zugaenge diskutiert werden. In vier Themenbereichen soll nach den Moeglichkeiten und Grenzen einer engeren Verschraenkung von handlungs-, erfahrungs-, diskurs- und strukturorientierten Ansaetzen gefragt werden. Eine solche Verschraenkung zielt darauf, Verkuerzungen und Aporien, in die sich die Debatten zusehends verstrickt haben, aufzuheben, um so die Geschlechtergeschichte ein wichtiges Stueck weiter zu bringen, und dabei gleichzeitig ueber eine moegliche Neubestimmung im Verhaeltnis von Geschlechtergeschichte und so genannter allgemeiner Geschichte zu diskutieren.
Tagungsleitung Dieter R. Bauer, Stuttgart
Prof. Dr. Susanna Burghartz, Basel
Prof. Dr. Rebekka Habermas, Goettingen
Dr. Maren Lorenz, Hamburg
Donnerstag, 13. Juni 2002
14.00 Uhr Empfang mit Kaffee/Tee
14.30 Uhr Begruessung und Einfuehrung
SEKTION 1:
PSYCHODYNAMIK JENSEITS DER SEX-GENDER-DICHOTOMIE
Chair:
Prof. Dr. Barbara Duden (Universitaet Hannover)
15.00 Uhr Die Doppelboedigkeit des Offensichtlichen
Prof. Dr. Regina Schulte (European University Institute Florence)
15.30 Uhr The Psychic Logic of Witch Trials
Prof. Dr. Lyndal Roper (University of London)
16.00 Uhr Pause
16.15 Uhr Interpretations of a mother figure
Tuscany 16th/17th centuries
Prof. Dr. Giulia Calvi (Universitá di Siena)
16.45 Uhr Pause
17.00 Uhr Diskussion
18.30 Uhr Abendessen
Freitag, 14. Juni 2002
8.00 Uhr Fruehstueck
SEKTION 2:
GESCHLECHT, GENEALOGIE UND DIE PRODUKTION VON WISSEN
Chair:
Prof. Dr. Norbert Finzsch (Universitaet Koeln)
9.00 Uhr Zur Geschlechterdifferenz
Die epistemologische Zaesur genealogischer Modelle im 18. Jahrhundert
Prof. Dr. Sigrid Weigel (Zentrum fuer Literaturforschung Berlin)
9.30 Uhr Das schlechte Gedaechtnis
Geschlecht und die Transmission von Wissen
Prof. Dr. Claudia Honegger (Universitaet Bern)
10.00 Uhr Kaffee/Tee
10.15 Uhr Text, Kontext und Resonanz
Biographie, Traditionsbildung und Geschichtsschreibung im wuerttembergischen Pietismus
Dr. Ulrike Gleixner (Technische Universitaet Berlin)
10.45 Uhr Wissensweisen – Arbeitsformen – Kulturen
Die Kategorie Geschlecht in der Entstehungsphase ‚moderner’ Wissenschaftlichkeit
Dr. Monika Mommertz (Humboldt-Universitaet Berlin)
11.15 Uhr Pause
11.30 Uhr Diskussion
13.00 Uhr Mittagessen
SEKTION 3:
MAENNLICH(KEIT) – TESTFALL FUER GESCHLECHT ALS ANALYTISCHE KATEGORIE?
Chair:
Prof. Dr. Martin Dinges (Institut fuer Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Stuttgart / Universitaet Mannheim)
15.00 Uhr Schule des Gehorsams, Schule der Maennlichkeit
Prof. Dr. Heide Wunder (Universitaet Kassel)
15.30 Uhr What’s queer about historicism?
Sodomy, Language, and Academic Masculinities
Prof. Dr. Helmut Puff (University of Michigan Ann Arbor)
16.00 Uhr Kaffee/Tee
16.15 Uhr Haben nur Maenner Stil?
Zum Geschlecht einer aesthetischen Kategorie
Dr. Maike Christadler (Universitaet Basel)
16.45 Uhr Pause
17.00 Uhr Diskussion
18.30 Uhr Abendessen
Samstag, 15. Juni 2002
8.00 Uhr Fruehstueck
SEKTION 4:
NEUE METANARRATIVE?
ZUR REKONZEPTUALISIERUNG VON POLITIKGESCHICHTE
Chair:
Prof. Dr. Rebekka Habermas (Georg-August-Universitaet Goettingen)
9.00 Uhr Staatsraeson kennt kein Geschlecht
Zur Theorie und Praxis weiblicher Regierungsgewalt im 16. Jahrhundert
Prof. Dr. Claudia Opitz-Belakhal (Universitaet Basel)
9.30 Uhr UEberlegungen zu einer Mikrogeschichte des Politischen
Prof. Dr. Claudia Ulbrich (Freie Universitaet Berlin)
10.00 Uhr Diskussion
11.00 Uhr Kaffee/Tee
11.15 Uhr Abschlussdebatte : Neue Perspektiven der Geschlechtergeschichte nach dem
linguistic turn?
Leitung:
Prof. Dr. Susanna Burghartz (Universitaet Basel)
auf dem Podium:
Caroline Arni, Lic. phil. (Universitaet Bern)
Prof. Dr. Ute Daniel (Universitaet Braunschweig)
Dr. Andrea Griesebner (Universitaet Wien)
Dr. Maren Lorenz (Hamburger Stiftung zur Foerderung von Wissenschaft und Kultur)
Prof. Dr. Regina Schulte (European University Institute Florence)
Prof. Dr. Claudia Ulbrich (Freie Universitaet Berlin)
13.00 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Tagungsende
Tagungskosten
Tagungsbeitrag - € 25,00
Unterkunft und Verpflegung
mit UEbernachtung im EZ - € 85,00
mit UEbernachtung im DZ - € 75,00
Nur volle Verpflegung (ohne Fruehstueck) - € 35,00
Ausnahmeregelungen in Haertefaellen sind nach Ruecksprache moeglich.
Anmeldung und Rueckfragen
Akademie der Dioezese Rottenburg-Stuttgart
– Geschaeftsstelle –
Im Schellenkoenig 61, 70184 Stuttgart
Telefon (07 11) 16 40-6; Telefax (07 11) 1640-777
Referatsassistentin Geschichte:
Kerstin Hopfensitz, Telefon (07 11) 16 40-752
E-mail: hopfensitz@akademie-rs.de
Die Anmeldung zur Tagung erbitten wir schriftlich direkt an die Akademie in Stuttgart bis spaetestens
3. Juni 2002 – Die Anmeldungen werden nach Eingang beruecksichtigt. Sie erhalten dann von dort noch einen kurzen Bescheid.
Auf Anfrage im Tagungshaus sind UEbernachtungen ausserhalb der ausgeschriebenen Tagung moeglich.
Tagungshaus und Anreise
Akademie der Dioezese Rottenburg-Stuttgart
– Tagungshaus Weingarten –
Kirchplatz 7, 88250 Weingarten
Telefon (07 51) 56 86-0; Telefax (07 51) 56 86-222
Das Tagungshaus erreichen sie ueber den Bahnhof Ravensburg (zwischen Ulm und Friedrichshafen), von dort Bahnbus Linie 1 und 2 bis Weingarten „Post“ (Fahrzeit ca. 15 Minuten) oder Taxi (Preis ca. € 10,00).
Der Flughafen Friedrichshafen liegt ca. 20 km entfernt; er ist unmittelbar an die Bahnlinie angeschlossen (Fahrzeit zum Bahnhof Ravensburg 15 Minuten).
Mit dem PKW auf der B 30 (Ulm – Friedrichshafen), Abfahrt „Weingarten“. Die Klosteranlage ist aus allen Richtungen gut zu sehen. In Weingarten dem Hinweisschild „Kath. Akademie“ folgen: in Richtung Wolfegg an den Klostergebaeuden vorbei, dann rechts abbiegen; nach wenigen Metern wieder rechts durch die Schranke.
Bitte benutzen Sie die von der Akademie ausgewiesenen Parkplaetze!
Der Eingang des Tagungshauses liegt hinter der Basilika.
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